DIN EN 1303: Was die Zahlen auf dem Zylinder bedeuten

Auf Datenblättern von Schließzylindern steht oft eine Zahlenreihe wie 1 6 0 0 0 0 C 1. Das ist die Klassifizierung nach DIN EN 1303, der europäischen Norm für Schließzylinder. Zwei Stellen davon sind für Ihre Kaufentscheidung wichtig – der Rest ist für Sie meist irrelevant.

Was die Norm überhaupt regelt

DIN EN 1303 legt fest, nach welchen Kriterien Zylinder geprüft und eingeordnet werden. Sie ist eine Vergleichshilfe: Zwei Zylinder mit derselben Einstufung wurden nach denselben Maßstäben getestet, auch wenn sie von verschiedenen Herstellern stammen.

Die Klassifizierung besteht aus acht Stellen, die immer in derselben Reihenfolge stehen. Jede Stelle beschreibt eine eigene Eigenschaft.

Die beiden Stellen, auf die es ankommt

Die siebte Stelle: Schlüsselsicherheit. Sie beschreibt, wie schwer sich das Schließsystem unbefugt überwinden lässt – im Wesentlichen, wie viele wirksame Schließungsmöglichkeiten es gibt und wie aufwendig Nachschlüssel sind. Je höher der Wert, desto besser. Diese Stelle sagt Ihnen, wie ernst der Hersteller das Thema Schlüsselkopie nimmt.

Die achte Stelle: Angriffswiderstand. Sie beschreibt den Schutz gegen mechanische Gewalt, also gegen Aufbohren und verwandte Methoden. Der niedrigste Wert bedeutet: kein besonderer Schutz geprüft. Höhere Werte stehen für nachgewiesenen Bohrschutz.

Wenn Sie nur zwei Dinge aus einem Datenblatt herausziehen wollen, dann diese beiden.

Was die übrigen Stellen bedeuten

Die vorderen Stellen beschreiben Gebrauchskategorie, Dauerfunktion, Feuerwiderstand und Korrosionsbeständigkeit. Für einen Zylinder im normalen Wohnumfeld sind sie selten ausschlaggebend – sie werden interessant bei Brandschutztüren, stark frequentierten Eingängen oder Türen im Außenbereich.

Eine Stelle steht bei Zylindern regelmäßig auf null: Sie betrifft die Türmasse und ist nur für Beschläge relevant, nicht für den Zylinder selbst.

Wo die Norm an ihre Grenzen kommt

Eine gute Einstufung beschreibt den Zylinder, nicht Ihre Tür. Drei Dinge deckt sie nicht ab:

  • Den Einbau. Ein Zylinder, der außen übersteht, lässt sich abbrechen – egal, was auf dem Datenblatt steht.
  • Den Beschlag. Ohne Schutzbeschlag liegt der Zylinder frei und ist mit Werkzeug erreichbar.
  • Den Rest der Tür. Ein hochwertiger Zylinder in einer Tür mit schwachem Schließblech verschiebt das Problem nur.

Deshalb ist die Klassifizierung ein nützliches Werkzeug zum Vergleichen zweier Zylinder – aber kein Gütesiegel für Ihre Türsicherheit insgesamt.

Kurz zusammengefasst

Wenn Sie zwei Zylinder vergleichen: Schauen Sie auf die siebte und achte Stelle. Höher ist besser. Alles andere entscheidet sich an Ihrer konkreten Tür, nicht auf dem Papier.

Welche Einstufung ein bestimmtes Modell hat, entnehmen Sie dem Datenblatt des Herstellers. Wenn Sie es nicht finden oder unsicher sind, fragen Sie uns – wir schauen für Sie nach.

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